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Ferritin – was ist das und wozu braucht es der Körper?

Ferritin (FT) ist ein Eiweiß (Protein), das dafür zuständig ist, Eisen in den Körperzellen zu speichern. Es wird vom Körper selbst produziert – in Milz, Leber, in der Schleimhaut des Dünndarms und in den Knochenmarkzellen.

Eisen in nicht-gebundener Form wäre für den Menschen giftig, ein einzelnes Ferritin-Molekül kann aber bis zu 4 000 Eisenatome binden und macht es für den Körper nutzbar.

Als solch ein Eisenspeicher, kann der Ferritin-Spiegel außerdem Aufschluss darüber geben, ob im Körper genug Eisen vorhanden ist oder nicht. Ein gesunder Mensch speichert zwanzig Prozent des Eisens mithilfe von Ferritin.

Was hat Ferritin mit Eisenmangel zu tun?

Eisen ist ein wichtiges Spurenelement für nahezu alle Lebewesen. Ohne Eisen funktioniert die Sauerstoffversorgung im Körper nicht, denn Eisen ist notwendig für die Produktion roter Blutkörperchen und diese wiederum verteilen den an sich gebundenen Sauerstoff im ganzen Organismus.

Eisen ist außerdem ein Bestandteil von Enzymen im Körper, die die Hormonproduktion im Körper regulieren. Mitochondrien, die Energie für den Körper herstellen, brauchen ebenso Eisen. Ist dieses nicht vorhanden, wird man müde und antriebslos. Dazu ist Eisen außerdem notwendig für Organe, Gewebe, Blutdruck, Atmung, Darmtätigkeit und den Magen.

Kurz: Ohne Eisen geht so gut wie gar nichts. Ist Eisen nicht ausreichend vorhanden, gibt es dementsprechend viele Mangelerscheinungen, wie z. B. Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, das Restless-legs-Syndrom, Haarausfall oder brüchige Nägel.​

Ob Eisenmangel Ursache von einem oder mehreren dieser Symptome ist, kann über den Ferritin-Spiegel im Blutserum festgestellt werden. Das ist deshalb ein verlässlicher Indikator, da der Ferritin-Wert keinen täglichen Schwankungen unterliegt, so wie der Eisenwert.

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Ist der Ferritin-Wert niedrig, gibt es nur eine einzige Ursache dafür – und zwar Eisenmangel. Eine Diagnose dafür ist also über diese Bestimmung sehr spezifisch festzustellen, ausgenommen man leidet unter einer Entzündung oder einer Leberschädigung – das aber kann im Vorfeld ausgeschlossen werden.

Die Verfälschung liegt in diesen Fällen darin begründet, dass Ferritin sich zu großen Teilen innerhalb von Zellen befindet und nur in geringen Mengen auch im Blut. Wenn Organe geschädigt sind, die Ferritin enthalten, steigt der Ferritin-Spiegel im Blut trotz normalem Eisenhaushalt im Körper.​

Ferritin-Wert im Körper zu hoch oder zu niedrig – warum?​

per können verschiedenste Gründe haben. Oft hat das mit einer Fehlernährung oder Krankheit zu tun.

Zu wenig Ferritin​

Ist der Ferritin-Wert im Körper zu niedrig, kann das an einer Schwangerschaft liegen. Bei Schwangerschaften sinkt die Ferritin-Konzentration, da während dieser Zeit viel Eisen benötigt wird und das Blut generell dünner ist.

Bei krankhafter Bedingung zu niedriger Ferritin-Werte sind Anämien, Morbus Crohn, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose ), Zöliakie und Blutungen Verursacher und es besteht Eisenmangel. Weiterhin können Menschen, die regelmäßig zur Blutreinigung müssen, Gefahr laufen, unter Eisenmangel zu leiden und damit ebenso zu wenig Ferritin im Körper zu haben.

Auch Vitamin-C-Mangel oder vegane Ernährung (Verzicht auf Mich- und Eiprodukte) kann durch so erschwerte Aufnahme von Eisen Ursache einer Mangelerscheinung sein.

Zu viel Ferritin​

Bei sogenannter „Eisenüberladung“ steigt der Ferritin-Spiegel im Serum an. Das kann durch Bluttransfusionen oder Eisenablagerungen im Gewebe passieren, aber auch bei Krebserkrankungen, da die zerfallenden Krebszellen das Ferritin im Körper freisetzen.

Generell deuten erhöhte Ferritin-Werte auf Entzündungsreaktionen im Körper hin oder auf Infektionen, bei denen Leber und Milz betroffen sind. Das können z. B. Hepatitis (Leberentzündung) und Leberzirrhose sein. Blutarmut führt ebenso zu einem erhöhten Ferritin-Spiegel.​

Hungern kann sich auch auf die Ferritin-Konzentration auswirken, man vermutet einen Zusammenhang zwischen abnehmender Erythrozytenzahl (rote Blutkörperchen) und dem so freiwerdenden Eisen.

Symptome von Eisenüberladung sind z. B. Gelenkschmerzen, chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Bauchschmerzen, Herzprobleme und Libidoverlust. Diese Symptome können auftreten, müssen aber nicht.

Eisenüberladung ist unter anderem auch deshalb gefährlich, weil es langfristig zu einer chronischen Zerstörung der Organe kommen kann, hier allen voran, Herz, Leber und Bauchspeicheldrüse.

Ferritin- und Eisenmangel – Diagnose über das Blutserum​

Ferritin im Serum reflektiert den Zustand des Eisenspeichers im Organismus. Deshalb lassen sich an ihm die Eisenreserven im Körper überprüfen. Dabei wird eine Blutprobe aus der Armvene entnommen. Man zieht die Untersuchung über das Ferritin deshalb der über die Eisenkonzentration im Blut vor, weil letztere sehr starken Schwankungen unterliegt.

Ob Ferritin im Körper in ausreichenden Mengen vorhanden ist – und damit weder Eisenmangel noch Eisenüberladung vorliegen – lässt sich an Grenzwerten feststellen. Diese Werte sind nicht offiziell bestätigt sind, jedoch sind folgende Angaben allgemein verbreitet:

  • Ein Ferritin-Wert unter 15 µg/l bedeutet, dass der Körper über kein Eisen mehr in seinen Speichern verfügt.
  • Liegt der Ferritin-Spiegel zwischen 15 und 30 µg/l sind die Eisenspeicher knapp oder fast leer.
  • Eine Ferritin-Menge zwischen 30 und 50 µg/l deutet darauf hin, dass ein funktioneller Eisenmangel vorliegen kann, es handelt sich jedoch um eine Grauzone.
  • Ab einem Ferritin-Wert von über 50 µg/l verfügt der Körper über genug Eisenreserven.

Körpereigene Stoffe sind in ihrer Menge stark vom Alter und Geschlecht abhängig. Darauf sollte zusätzlich Rücksicht genommen werden. Auch variieren die Referenzwerte von Labor zu Labor.

Weiterhin mit einbezogen werden müssen Schwankungen durch Tages- und Jahreszeit, weshalb die Werte immer auch in Zusammenhang mit anderen Körperwerten und mit Rücksicht auf ihren Verlauf bewertet werden sollten.

Wichtig für eine sichere Diagnose ist, dass man vor der Blutentnahme nüchtern ist, also weder gegessen noch getrunken hat, da der Ferritin-Gehalt durch Nahrung gesteigert wird und Werte so verfälscht werden können.​

Was kann man selbst tun bei Eisenmangel oder – überladung?

Eine gesunde Ernährung ist das A und O für einen stabilen Eisenhaushalt. Dabei ist das mit dem Essen und dem Eisen nicht ganz so einfach. Der Grund für die relativ umständliche Eisenaufnahme durch den Körper liegt darin, dass Eisen in vielen unterschiedlichen Formen existiert und auch die Verwertung immer von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist.

So unterscheidet man beispielsweise Nicht-Häm-Eisen, dass in pflanzlicher Nahrung vorkommt, von Häm-Eisen, das in tierischen Produkten enthalten ist. „Nicht-Häm-Eisen“ ist (wie der Name schon sagt) nicht an Hämoglobin gebunden und geht teilweise feste Bindungen zu Kohlenhydraten ein. Das ist der Hauptgrund für eine schwierigere Aufnahme.

„Tierisches Eisen“ im Muskel ist an Proteine gebunden und im Blut an Hämoglobin. Im Darm gibt es für diese Verbindungen bestimmte Rezeptoren, die für eine optimale Eisenaufnahme sorgen.

Ist das Eisen schon an Ferritin gebunden, z. B. in der Leber von Rind und Schwein, hat der Körper es ähnlich schwer mit der Aufnahme wie bei pflanzlichem Eisen.

Milch und Käse kommen mit dem Protein Laktoferrin daher, an das Eisen gebunden ist. Da es auch dazu im Darm wieder Rezeptoren gibt, funktioniert die Eisenaufnahme hier wieder besser.

Zu den Komponenten, die eine Eisenaufnahme reduzieren, gehören Tannin (in Tee), Oxalsäure (in Spinat, Kakao, Rhabarber oder Mangold), Phytin (in Hafer und Weizenbrot) und Phosphate (in eiweißreichen Lebensmitteln). Diese sollte man einschränken, wenn Eisenmangel schon bekannt ist.

Die richtige Ernährung bei niedriger Ferritin-Konzentration

Wenn der Ferrtin-Spiegel im Serum niedrig ist und Eisenmangel vorliegt, ist eine ausgewogene Ernährung noch wichtiger, als sie es generell schon sein sollte. Jeden Tag verliert der Mensch ca. 1-2 Milligramm Eisen, die durch die Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden.

Da aber nur jeweils 5-15 Prozent des Eisenanteils aus einer Mahlzeit aufgenommen werden, sollte die Eisenzufuhr am Tag zwischen 10 und 12 Milligramm liegen.

Eisen aus tierischen Produkten wird am besten aufgenommen, deshalb sollten Fisch, Geflügel und Fleisch ausreichend auf dem Speiseplan vertreten sein. Auch Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte sowie Gemüse mit grünen Blättern und Obst gehören zu einer gesunden Ernährung.

Vitamin C kann die Eiweisaufnahme aus pflanzlicher Nahrung verbessern, z. B. durch Orangensaft, der zum Essen getrunken wird. Auch Salat und Joghurt sind eine gute Empfehlung.

Auf der anderen Seite sollte auf Kaffee und Tee verzichtet werden, denn darin ist Tannin enthalten, was die Eisenaufnahme hemmt. Ebenso die in Spinat, Rhabarber oder Kakao enthaltenen Phosphate und Oxalsäure verhindern die Verwertung von Eisen aus pflanzlicher Nahrung.

Die richtige Ernährung bei hoher Ferritin-Konzentration

Zu viel Eisen im Körper kann folgende Ursachen haben: Entweder wird das Eisen nicht aktiv ausgeschieden oder es wird zu viel davon über den Darm aufgenommen.

Helfen kann in beiden Fällen eine eisenarme Ernährung, wie z. B. durch vegetarische Kost und das regelmäßige Trinken von schwarzem Tee zu den Mahlzeiten. Generell gilt hier: mehr Ballaststoffe, weniger Fett und mehr Fisch statt Fleisch.