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Ständig Müde? Überraschende Gründe für ständige Müdigkeit

Wer ständig müde ist, erhält oft den Rat, sich ins Bett zu legen und auszuschlafen. Doch so einfach ist das nicht. Gerät der Körper einmal aus seinem normalen Schlaf-Wach-Rhythmus, ist es schwer, ihn wieder daran zu gewöhnen.

Das bedeutet, dass der Betroffene in der Nacht immer wieder zur selben Zeit aufwacht und erst nach längerer Wachphase wieder einschlafen kann. Oder er kann überhaupt nicht einschlafen und fühlt sich am Morgen erschöpft. Das Fatale an Schlafstörungen ist, dass sich im Laufe der Zeit ein Kreislauf entwickelt.

Je mehr Schlaf dem Körper fehlt, desto größer wird sein Schlafbedürfnis. Je übermüdeter er ist, desto schwerer fällt das Einschlafen. Einschlaftipps gibt es viele. Doch oft bleibt ihre Wirkung aus.

Man doktert am Symptom herum, während die Ursache nicht beseitigt wird. Wer an ständiger Müdigkeit leidet, sollte vielmehr den Grund herausfinden und behandeln lassen. Manchmal handelt es sich um eine ernst zu nehmende Krankheit.

Organische Erkrankungen als Ursache für Müdigkeit

Ständige Müdigkeit durch Eisenmangel

Um die Ursache der ständigen Müdigkeit herauszufinden, empfiehlt sich eine Blutuntersuchung. Sie kann beim Hausarzt durchgeführt werden. Das Ergebnis liegt im Allgemeinen bereits nach einigen Tagen vor.

Frauen sollten diesen Test nach Möglichkeit kurz nach der Regelblutung durchführen lassen. Zu diesem Zeitpunkt liegt häufig ein Eisenmangel aufgrund des erhöhten Blutverlusts vor. Eisen ist ein Mineral, das der Körper für den ordnungsgemäßen Sauerstofftransport im Blut benötigt.

Fehlt es, erleiden die Organe einen Sauerstoffmangel. Der Organismus entkräftet vorzeitig, der Betroffene wird müde. Vergleichen lässt sich dieser Zustand mit dem stundenlangen Sitzen in einem schlecht durchlüfteten Raum. Abhilfe schafft das Öffnen der Fenster.

Im Falle des Eisenmangels hilft es, die Ernährung so ausgewogen zu gestalten, dass das Mineral in ausreichender Dosis aufgenommen wird. Wer die Ernährung nicht umstellen kann, greift auf Nahrungsergänzungsmittel zurück. Wie häufig und in welcher Form diese eingenommen werden sollten, hängt von den individuellen Bedürfnissen ab.

Beachtenswert ist, dass einige Personengruppen wie Schwangere, Kinder sowie Patienten mit Stoffwechselstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen einen erhöhten Eisenbedarf haben können. Die Betroffenen sollten die Dosierung mit dem behandelnden Mediziner abstimmen um Über- oder Unterdosierungen zu vermeiden.

Anschließend sollten die Blutwerte in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.

Stoffwechselerkrankungen

Zu den bereits benannten Stoffwechselerkrankungen, die eine chronische Müdigkeit hervorrufen können, zählen unter anderem Schilddrüsenerkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen sowie der Diabetes mellitus.

Aufgrund der jeweiligen Krankheit können lebenswichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, die mit dem Essen aufgenommen wurden, durch den Körper nicht vollständig verwertet werden. Es kommt in der Folge zu einer Mangelerscheinung. Ist die Erkrankung mit Medikamenten gut eingestellt, dürfte der Mangel behoben sein.

Auch die ständige Müdigkeit vergeht.

Herzprobleme

Wer immer müde ist, könnte auch unter Herzproblemen oder einem zu hohen beziehungsweise zu niedrigen Blutdruck leiden.

Viele Betroffene mit Herzrhythmusstörungen klagen gerade nachts über Herzklopfen und Schweißausbrüche, die sie nicht zum Schlafen kommen lassen. Tagsüber sind sie ständig müde. Bluthochdruckpatienten fühlen sich häufig wie aufgedreht, so dass auch ihnen die nächtliche Ruhe fehlt.

Ein zu niedriger Blutdruck hingegen sorgt dafür, dass sich der Körper ständig antriebslos und geschwächt fühlt.

Akute Erkrankungen

Auch akute Erkrankungen können als Begleitsymptom Müdigkeit mit sich bringen. Hierzu zählen beispielsweise grippale Infekte, die mit Fieber einhergehen.

Für die Müdigkeit gibt es eine einfache Erklärung: Der Körper schaltet in der Phase der Erkrankung einen Gang zurück. Er muss sich schonen, um den Organismus zu regenerieren. In diesem Falle wäre es also falsch, etwas gegen die Müdigkeit zu unternehmen. Ist der Körper genesen, vergeht die Müdigkeit von allein.

Allergien

Allergiker und Asthmatiker sind häufig ständig müde. Nachts werden sie von Hausstaubmilben geplagt. Am Tage macht ihnen der Pollenflug zu schaffen. Die regelmäßigen Atemprobleme nehmen ihnen nicht nur die Kraft, sondern auch einen Großteil des lebenswichtigen Sauerstoffs. Die Organe werden schlecht durchblutet und büßen an Funktionsfähigkeit ein.

Obendrein besitzen einige verschreibungspflichtige Asthma- und Heuschnupfen-Medikamente unangenehme Nebenwirkungen. Unter anderem können dies Blutdruckbeschwerden, Herzrasen und Unruhe sein.

Orthopädische Erkrankungen

Orthopädische Erkrankungen gehen oft mit Müdigkeit einher. Verrutsche Bandscheiben, eingeklemmte Nervenenden führen zu Schmerzen, die in den gesamten Körper ausstrahlen können. Zusätzlich kann es zu Entzündungsreaktionen kommen.

Die Folge ist ein geschwächter Körper. Es wäre jedoch falsch, diese Beschwerden durch Schonung lindern zu wollen. Eine geeignete Bewegungstherapie verspricht bessere Chancen.

Krebs

Im Dauerstress befindet sich auch ein Körper, der eine Krebserkrankung zu heilen versucht. Die körpereigenen Reparaturprozesse laufen auf Hochtouren. Die zusätzliche Einnahme von Medikamenten sowie eventuelle Chemotherapien und Bestrahlungen zerstören auch intakte Zellen und das Immunsystem. Krebspatienten sind sehr stark geschwächt und daher ständig müde.

Kopfschmerzen

Die dauerhafte Müdigkeit geht häufig mit Kopfschmerzen einher. Letztere hingegen können einen erholsamen Schlaf verhindern. Woher die Kopfschmerzen kommen, sollte ergründet werden. Manchmal liegen ihnen organische Ursachen zugrunde.

Möglich sind aber auch Nebenwirkungen diverser Medikamente sowie psychische Faktoren. Wer sich ständig müde fühlt, sollte dieses Symptom nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es kann sich um ein Anzeichen einer schweren Erkrankung handeln.

Psychische Gründe für ständige Müdigkeit

Das tägliche Leben läuft in einem Biorhythmus ab. Dieser ist bei jedem Menschen individuell geregelt, wenngleich sich viele Übereinstimmungen erkennen lassen. Beispielsweise kommt es bei fast jedem Menschen am Vormittag und am späteren Nachmittag zu einem Leistungshoch, während sich um die Mittagszeit ein Leistungstief einstellt.

Teilweise kann man selbst dazu beitragen, dass dieser Rhythmus nicht unterbrochen wird. Um Einschlafproblemen vorzubeugen, geht man beispielsweise immer um dieselbe Zeit ins Bett. Man legt regelmäßige Pausenzeiten ein, in denen sich der Körper erholen kann. Schichtarbeiter können ihren Biorhythmus allerdings nur selten regulieren.

Sie leiden verstärkt unter Schlafstörungen und fühlen sich auf Dauer immer müde. Auch das Leistungspensum entscheidet darüber, wie antriebsstark oder -schwach man sich fühlt. Wer am Arbeitsplatz ständig eintönige Arbeiten ausführen muss, die weder geistig noch körperlich fordern, kann seine Energien nicht effektiv einsetzen.

Diese stauen sich auf. Es kommt zum körperlichen und seelischen Unwohlsein und zur Unzufriedenheit. Letztere zermürbt auf Dauer, macht depressiv und müde. Im Gegensatz dazu kann auch ein ständig überlasteter Organismus sich nicht erholen, weil ihm die Ruhepausen fehlen.

Wer beruflich oder privat ständig auf Hochtouren läuft, zwingt seinem Körper so viel Arbeit auf, wie dieser nicht erledigen kann. Es kommt zu Stress und den typischen Symptomen. Herzrasen, Unruhe, Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen sind nur einige davon. Auf Dauer sind die Kräfte aufgezehrt.

Der Betroffene ist müde und kraftlos. Unter Umständen wird er krank. Es lohnt also nicht, sich ständig zu über- oder zu unterfordern. Zumindest sollte man sich einen Ausgleich in der Freizeit suchen.

Wer einen Freizeitsport betreibt, verbrennt Kalorien und verbraucht Energie. Alle Ausdauersportarten bauen Stress ab und bringen den Körper und die Seele zur Ruhe. Unterforderte Menschen dürfen gern einen Kraftsport oder einen Extremsport ausführen, um ihre Grenzen auszutesten.

Kurz vor dem Schlafengehen sollte jedoch kein Sport betrieben werden, weil der Körper im Anschluss an das Training erst wieder zur Ruhe kommen muss.

Tipps gegen Müdigkeit

Nachfolgende Tipps sollen dabei helfen, die Nächte erholsam zu verbringen und die Tage kraftvoll zu bewältigen.

Wer sich seit längerer Zeit müde fühlt, sollte die Ursachen hierfür ergründen. Sind organische Erkrankungen ausgeschlossen, lohnt es, die Lebensumstände zu überprüfen. Ein geregelter und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmter Biorhythmus sorgt für ein gesundes Verhältnis zwischen Schlaf- und Wachphasen.

Wer diesen mit seiner Arbeit nicht in Einklang bringen kann, muss sich eventuell nach einem anderen Arbeitgeber umsehen. Gegen kleine Leistungstiefs helfen die Tasse Tee oder Kaffee.

Im Grunde nämlich ist das herzhafte Gähnen ein Hinweis darauf, dass der Körper ein Bedürfnis hat. Dankbar ist er auch für einen kleinen Snack, der nach Möglichkeit aus Obst oder Gemüse bestehen sollte. Dann ist die Vitaminzufuhr gesichert. Die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit beugt der Entstehung von Kopfschmerzen vor.

Allerdings sind koffeinhaltige Getränke nicht dazu geeignet, die dauerhafte Müdigkeit zu bekämpfen. Ein Übermaß führt nämlich genau zum Gegenteil. Drogen oder selbst verordnete Medikamente sollten niemals gegen die ständige Müdigkeit eingesetzt werden.

Das Erlernen von Entspannungsmethoden kann neben dem regelmäßigen Betreiben eines Sports vielen Erkrankungen vorbeugen und bereits bestehende Beschwerden lindern oder beseitigen.

Wer sich ein gemütliches Umfeld schafft, kann mit Stress gelassener umgehen. Damit reduziert er die Risiken, die zu einer dauerhaften Müdigkeit führen. Wer es nicht allein schafft, gut in den Schlaf zu kommen, sollte sich fachlich beraten lassen.