Vitamin B12 – Mangel, Symptome & Behandlung

[adrotate group="11"]Vitamin B12 Mangel ist eine sehr verbreitete Mangelerkrankung, die auch ansonsten gesunde Menschen bei dauerhaft falscher Ernährung betreffen kann. Darum ist es besonders wichtig, möglichst viel über diese recht heimtückische Erkrankung zu wissen. Im Folgenden erfahren Sie mehr über Symptomatik, Diagnostik und Behandlung eines Vitamin B12 Mangels sowie Möglichkeiten diesem Mangel durch die richtige Ernährung entgegen zu wirken.

Was Sie in diesem Artikel lernen werden:

  • Funktion von Vitamin B12 im Körper
  • Ursachen eines Vitamin B12 Mangels
  • Symptomatik eines Vitamin B12 Mangels
  • Diagnose, Behandlung & vorbeugende Maßnahmen
  • Vitamin B12-reiche Lebensmittel

Wofür benötigt der menschliche Körper Vitamin B12?

Vitamin B 12 gehört zu den essentiellen Vitaminen und kann vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden. Gespeichert wird das Vitamin B12 in der Leber, von wo aus es bei Bedarf freigesetzt wird. Beteiligt ist Vitamin B12 beziehungsweise seine aktiven Bestandteile in ganz unterschiedlichen chemischen Prozessen, die von elementarer Bedeutung für den Körper sind.

"Vitamin B 12 gehört zu den essentiellen Vitaminen und kann vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden."

So ist es von großer Relevanz bei Stoffwechselvorgängen im Nervensystem und der Energiebereitstellung durch die Mitochondrien, den in den Körperzellen sitzenden Kraftwerken. Im Knochenmark ist es an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt.

Die nötige DNA-Synthese funktioniert ohne Cobalamin, so lautet der medizinische Fachbegriff für Vitamin B12, nicht. Von zentraler Bedeutung ist es dazu noch bei der Entgiftung des Körpers. Zum einen bei Prozessen in der Leber und der Niere, aber auch bei der Entgiftung von Endprodukten des Stoffwechsels wie Homocystein und reaktiven Stickstoffverbindungen wie Peroxinitrit. Das Peroxynitirt kann Schäden an Enzymen, der DNA, an Zellmembranen und den Mitochondrien verursachen.

Ebenfalls beteiligt ist Vitamin B12 bei der Bildung von Neurotransmittern und Botenstoffen sowie bei der Produktion des nervenbahnenschützenden Myelin, das die Nervenbahnen ummantelt und elektrisch isoliert.

Wie kommt es zu einem Vitamin B12 Mangel?

Zu unterscheiden ist die Mangelerkrankung nach ihren Ursachen. Als mögliche Ursachen sind falsche Ernährung, Krankheiten, Umwelteinflüsse und das Alter zu nennen. Folgende Krankheiten können ursächlich sein:

  • Bildung von Autoantikörpern gegen den Intrinsic Factor (Protein, das die Resorption von Cobalamin erst ermöglicht) oder die den Intrinsic Factor produzierenden Parietalzellen
  • Morbus Crohn, weil es die Resorption im letzten Teil des Ileums (Dünndarms) behindert
  • chronische Gastritis
  • Erkrankungen des Dünndarms wie Zöliakie (Unverträglichkeit gegen Gluten) oder die exokrine Pankreasinsuffizienz (Bauspeicheldrüse produziert zu wenig Verdauungsenzyme)
  • Immerlund-Gärsbeck-Syndrom, eine vererbte selektive Störung, die die Resorption des Cobalamins im Dünndarm unterbindet
  • Infektionskrankheiten (besonders chronische) durch den stärkeren Bedarf an Vitamin B12
  • durch Alkoholismus kommt es oft zu einer reduzierten Aufnahme von Vitamin B12
  • Befall durch den Fischbandwurm, dem größten Parasiten, der beim Menschen vorkommt

Neben den Krankheiten können auch die Resektion (Entfernung) von Teilen des Magens oder Dünndarms einen Mangel an Cobalamin verursachen. Auch Medikamente, wie das Diabetesmittel Metformin und Mittel zur Hemmung der Magensäureproduktion, die bei Sodbrennen, Geschwüren und Gastritis verordnet werden, können ursächlich sein.

Der Bedarf an Vitamin B12 steigt bei Schwangeren, nach Narkosen und durch das Einatmen von Stickstoffmonooxid (NO).

Bei der Ernährung kann vor allem der Verzicht auf sämtliche tierische Produkte ein Risiko sein. Dazu kommt die Verdrängung des Vitamin B12 durch nicht für den Stoffwechsel nutzbare B12-Analoga. Sie kommen in Algen (Spirulina) und makrobiotisch-fermentierten Lebensmitteln vor.

Was sind die Symptome bei einem Mangel an Vitamin B12?

Die Symptome sind sehr vielschichtig und betreffen viele Bereiche. Gliedern lassen sich die Symptome beim Mangel an Vitamin B12 in psychologische, physische und neurologische Symptome. Sie treten oft gehäuft erst auf, wenn 95 Prozent des Vitamin B12 aufgebraucht sind, was Jahre dauern kann. Davor können einzelne Symptome diffus auftauchen und das Wohlbefinden negativ beeinflussen.

[adrotate group="10"]Psychologische Symptome können Depressionen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisschwäche, Nervosität, emotionale Instabilität, Stimmungsschwankungen, Stressanfälligkeit, Kontrollverlust und Appetitlosigkeit sein.

Zu den möglichen physischen (körperlichen) Symptomen gehören Anämie, Impotenz, Blähungen, Burning-Mouth-Syndrom, Aphthen (kleine Wunden in der Mundschleimhaut), blasse Haut, zu wenig Magensäure,diffuser Haarausfall, Bluthochdruck, Allergien, Muskelschwäche, Darmkrämpfe, Migräne, Rückenschmerzen sowie Kopfschmerzen.

Neurologische Symptome beim Vitamin B12 Mangel sind Neuropathie, Sehschwäche, Artikulationsprobleme, Taubheit, Zittern, Ameisenlaufen, Störungen der Tiefensensibilität (Eigenwahrnehmung des Körpers) und des Vibrationsempfindens (Tastsinn).

Von zentraler Bedeutung sind die Anämie und die Neuropathie. Die Anämie ist eine Störung bei der Bildung der Erythrozyten (roten Blutköperchen) durch die Störung der DNA-Synthese im Knochenmark. Die Neuropathie tritt meist vor der Anämie auf und kann sich mit Parästhesie (schmerzhafte Körperempfindung mit verschiedenen Symptomen), motorische Ausfälle oder sogar funikulären Myelose (Lähmung) bemerkbar machen.

Wie wird die Diagnose gestellt und gesichert?

Überprüft werden kann der Verdacht mit einem Test des im Serum enthaltenen Holotranscobalamin (Holo-TC), das am sensitivsten auf den Mangel an Cobalamin reagiert. Abgesichert wird die Diagnose mithilfe der Untersuchung des Bluts mit dem Fokus auf erhöhten Spiegeln von Homocystein und Methylmalonsäure. Dazu kommt das mittlere korpuskulare Volumen, welches das mittlere Volumen der Erythrozyten misst.

Wie wird ein Mangel an Vitamin B12 behandelt?

Thunfisch bei Vitamin B12 Mangel

Je nach Schwere und Ursache der Mangelerkrankungen gibt es verschiedene Behandlungsansätze. Der einfachste Ansatz ist die Umstellung der Ernährung auf Lebensmittel, die reich an Vitamin B12 sind. Darauf folgt die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten mit Vitamin B12 und Folsäure. In schweren Fällen wird der Vitamin B Komplex mehrmals intramuskulär verabreicht, um den Vorrat in der Leber wieder zu füllen.

Einige Erkrankungen wie Morbus Crohn, die Resektion von Dünndarm oder Magen und die Bildung von Autoantikörpern machen die regelmäßige substituierenden Gabe als Medikament – intramuskulär oder hoch dosiert oral – unumgänglich. Eine Überdosierung ist nicht möglich, da überschüssiges Vitamin B12 einfach ausgeschieden wird. Lediglich bei der intravenösen Gabe kann es zu einer allergischen Reaktion kommen, die sich meist in Form einer Akne zeigt.

Vorbeugen ist besser als nachträglich Behandeln!

Schwangere, Senioren, Veganer, Vegetarier und Patienten, die Metformin oder Medikamente zur Hemmung der Produktion von Magensäure einnehmen, sollten regelmäßig testen lassen, ob ihr Wert für Vitamin B12 im Normbereich liegt. Dazu können Sie bei Ihrem Hausarzt einen entsprechenden Bluttest machen lassen.

Aber auch ohne Test können die Risikogruppen, zu denen auch Menschen mit chronischen Infektionskrankheiten zählen, viel tun. Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr des Cobalamins über die Nahrung oder nehmen Sie entsprechende Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B12 und Folsäure ein.

"Studien zeigen, dass die Einnahme von Cobalamin das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Hirnschläge signifikant senken kann."

Der Tagesbedarf wird häufig mit 3 Mikrogramm angegeben, dürfte aber aufgrund der negativen Umwelteinflüsse bald korrigiert werden, da Vitamin B12 eine entscheidende Rolle bei der Entgiftung des Körpers spielt. Zu dem hat Cobalamin viele positive Effekte und keine bekannten Nebenwirkungen bei einer oralen Überdosierung. Studien zeigen, dass die Einnahme von Cobalamin das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Hirnschläge signifikant senken kann.

In welchen Lebensmitteln ist Vitamin B12 enthalten?

[adrotate group="10"]Vitamin B12 ist besonders in tierischen Produkten in hoher Konzentration zu finden. Besonders die Lebern von Kalb und Schwein enthalten viel Cobalamin. Auch wenn Sie regelmäßig Niere essen, tun Sie etwas gegen einen möglichen Vitamin B12 Mangel.

Wenn Sie es nicht so mit Innereien haben, sind Hering, Makrele, Thunfisch und Rotbarsch gute Alternativen. Aber auch Käse wie Camembert und Edamer liefern, wenn auch nicht so viel, Vitamin B12. Wenn Sie Ihren Bedarf an Vitamin B12 nicht über die Nahrung aufnehmen können, fragen Sie einen Arzt, welche Präparate für Sie geeignet sind.